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Siegerland- Forum

Aktualisiert: 11. Oktober 2017

Weiter mit Mundart, Seejerlänner Platt

Alles so “Allgemein”

Aarich, auch aarch: Viel, ziemlich,Absolution: Freigabe, erst nachfragen, ob man durfte “Häste D’r de Absolution gehoalt?”. Vorwiegend im Privatbereich.Ausdotzen: Jemand - oft bei Kindern - von etwas ausschließen, zum Beispiel vom gemeinsamen Spiel
Appelkrotze: Reststück vom Apfel. Isst man den Apfel bis zum Kerngehäuse, bleibt das neben dünnen Seitenteilen übrig. Das ist die eigentliche Krotze. sieht ähnlich wie ein Diabolo aus. Siehe auch Krotze.

Arme Diier: armes Tier. Wenn man sich über etwas aufrregt, nicht gut findet. Det arme Diier kreije

Baafen: feste werfen, hinschmeißen; auch zobaafe, Türe zuschmeißen

Backes: Backhaus für Brot und Kuchen. Stand in vielen Dörfern, viele sind inzwischen dank der Heimatvereine wieder hergerichtet wurden. Wurden in Nachbarchaft oder auf eine genossenschaftliche Art betrieben. Verlosung von Backzeiten.

Backesbroart: Brote aus dem Backes (siehe Schanzenbrot)

Bännel: Bändchen, Band, aus Stoff oder Seil, oft auch auf Personen bezogen, “Anhängsel”

beschibbelt: feste gelacht; siehe auch schibbelich

Bestaat: verheiratet

Blauschleare: Blauschltten, gemeint ist das Schneeräumfahrzeug

Bleck: Weg frei, blank, ohne Schnee - siehe auch Menschliches

Bletz: Lappen, Spööl-Bletz (Spültuch); siehe auch Menschen

Bloch: auch Ploch, größeres zylinderförmiges Holzstück, Holzbloch. Unter- und Auflage, z. B., um Holzstücke mit dem Beil zu zerhacken. Siehe auch Menschen

Blotschig: schwerfällig, dick wirkend, sich tapsend oder ungeschickt bewegend

Botzlombe: Putzlappen

Braase: Brasen, Wiesensoden, -stücke

Braase bröa(je): Brasen abbrennen

Bröckelchen: kleine Teile, auch Krümel, von irgendwas

Bröckelches-Gedäh: Wenn ein Plätzchen oder auch ein Kuchenstück zerbröselt ist, “nur noch ...”

Brocke(n): Kleidung, auch größere Teile von irgendwas, real und ideell

Chresdach: Weihnachten

Chresdachsmärktche, auch -märdche: Weihnachtsmarkt

Dalles: Erkältung. Du häst dr den Dalles gehoarlt

Dat ess net ooses: Das ist nicht unser Ding. Das brauchen wir nicht, das machen wir nicht

Desbedieren: diskutieren, streitig und/oder aufgeregt diskutieren

Deuen: schieben, anschieben

Donnerstach: kleiner Fluch, wenn etwas nicht gelungen ist

Döppe: Topf

Döppche: kleiner Topf

Dösche: auch döscher, doadösche, zwischen, dazwischen

Dusse: draußen

Eierkäsform: spezielle gelöcherte Keramikschüssel für Eierkäse (siehe Essen)

Esso, ess so: meist in einem durchgesprochen, ist so.

Em Floch: wsch. von “fFug” abgeleitet. Schnell, eifrig, ob beim _Arbeiten oder beim Feiern “Hä es wahne em Floch”. Siehe auch Floch

Fitzel: wie sonst Fitzchen, kleines Stück, insgesamt was Kleines, wenig

Fixfüer: Streichhölzer oder auch Feuerzeug, was zum Anzünden; auch Fexfüer und Fexfuar

Fisselich: grau-trübes Wetter, feucht. Fisseln steht für ganz leichtes Regnen

Floch: Fall, Sturz, “dn Floch doa”,

Foatschen: etwas anfassen, oft auch im Sinne von “Musst du denn daran ... oder an allem ..., auch rumfoatschen”

Fochdeln: etwas umsonst haben wollen, am ehesten “betteln”, aber auch bei Kindern gebraucht, die unbedingt etwas haben wollen

Fuddeln: etwas bewusst falsch machen, zum Beispiel beim Spiel oder an Kleinigkeiten arbeiten

Gas haa: viel - Alkohol - getrunken. Hä hatte wahne Gas

Gedäh: ähnlich wie Gedönse, so ein Aufhebens machen, so ein Durcheinander

Gefuddel: kleine Sachen wie Schnüre oder einen Knoten auseinander bringen, ordnen, öffnen

Geläuf: Freund / Freundin / Geliebte(n) haben

Gemeng: ein nicht angenehmes Durcheinander, Streit und Unklarheiten in Familien ... “Wat haa die e Gemeng”

Gondach: guten Tag (geht den ganzen Tag über), auch wenn man sich abends trifft

Glonk: hohes irdenes, spitz zulaufendes Gefäß für Getränke

Hauberg/ -berch: Laub-Niederwald, der jährlich nach Teilstücken und nach Wachstum bearbeitet wird - Teilstücke werden nach 18 bis 20 Jahren abgeholzt, auf anderen wächst der Wald bereits wieder heran. Nachhaltige Bewirtschaftung. Ideelle Anteile inform von Haubergspfennigen

Hässte: hast du?

Hellob: wie “hellauf”, schnell, gleich, “jetzt aber hellob”

Hickeln oder weghickeln: langsam rollen(Ball, runde Gegenstände u. a.), wegrollen, auch holprig rollen, kullern. Siehe auch klickern.

Hoah: Hain, Wald, Hauberg, auch Haa

Hollerbusch: Holunderstrauch

Hönn: Hunde

Hüppen/ Hübben / Höppe: hüpfen, springen

Hüppel/ Hübbel: kleiner Berg, Rosterberger Hübbel

Hurdich: schnell, eilig

Illig: eilig, siehe vor

Iss: Eis

Itz: auch itzend, jetzt, nun, von alt itzo

Joau: ja

Juckeln: langsam mit Auto, Motorrad oder Rad ziellos umherfahren, einfach rumjuckeln; Subst./ HW: Gejuckel

Juddel: Jauche (aufs Feld bringen)

Jupp: ja, wie joau

Kawennsmah: etwas Großes, z.B. ein großer Fisch “Dat ess awer e Kawennsmah;

Kleckerwasser: Klickerwasser, Mineralwasser mit Kohlensäure

Kirn: hohes Holzgefäß zum Buttermachen

Klicker: kleine bunte rote Kugeln zum Spielen; allgemein gebräuchlich

Klickern und “wegklickern”: langsam rollen oder wegrollen, ob runde Steine oder rundes Obst. Siehe auch hickeln

Knipp:großes stabiles, vorn leicht gebogenes Messer mit Holzschaft zum Abschlagen kleiner Äste im Hauberg

Knippchen: kleines scharfes Messer, meist zum Schälen

Knistig: auch knisbelich, nicht sauber wirkend, z.B. Küche (siehe auch Menschen); auch für trübes, kühles, kaltes Wetter

Kollraweschüssl: Kohlrabenscheusal, Vogelscheuche, auch negativ für ungünstig gekleidete Frauen gebraucht

Köppchen: Tasse (auch im Rheinischen)

Korrel: Kordel, Seil

Kraanheimer: Leitungswasser (zum Trinken)

Kreije: kriegen, bekommen

Krömbelich: nicht ordentlich, falsch zusammengelegte Decke oder anderes, verknitterte Bekleidung usw. Vielleicht von “krumm” (gekrümmt, gekrömmt”) abgeleitet

Krotze: bleibt beim Apfelessen übrig (siehe oben), sonst aber auch für verschrumpeltes Obst, auch krotzig

Krotzen, verkrotzen: an etwas rum krotzen, nicht schön machen; Haare verkrotzen - falsch geschnitten

Krotzeln: unschön, kaum lesbar schreiben, krotzelich (siehe mockeln)

Kruffe/ gruffe: kriechen wie bei “onner de Decke kruffe” (-gemütlich - unter die Decke kriechen)

Latschen: 1. für einfache oder ausgetretene Schuhe, 2. für gehen, langsam gehen, alte Wörter, nicht aufs Siegerland begrenzt; 3. jemandem eine Backpfeife geben oder mit der Hand schlagen: “latsch emm inn” (latsch ihm einen)

Latzen: zahlen, bezahlen

Lidanei: alles lang erklären, vieles aufzählen (de ganze Lidanei)

Liddich/ leddich: nichts Stabiles, einfach gebaut

Lommelich: lose, nicht fest verschnürt, Ball mit zu wenig Luft, also eher weich, statt fest, etwas nicht richtig fest angebracht

 Nodda: na dann, auf, los, dann mal los

Mäckes: irdenes Gefäß mit Drahtgriff, meist für Kaffee (siehe auch Menschen)

Mann: ein Korb, zum Beispiel beim Obstsammeln, für Wäsche

Meiler: Gemeint war und ist der Kohlenmeiler, in dem Holzkohle produziert wurde

Micken: etwas versehentlich oder gewollt zerstören, kaputtmachen. “Häste dat Speelzöchaudo och allt gemickt?”

Moarje: Morgen

Mockeln, mockelig: krakelig, unschön  schreiben, nicht erkennbar malen; wahrscheinlich von Mocke, Schwein, abgeleitet (siehe krockeln

Nommidach: Nachmittag

Oawend: Abend

Ömmes: ein großes Ding, von Gemüse bis Geräten und mehr; siehe auch Kawennsmah

Ömm: vorbei, aus, zu Ende

Ondouend: was Falsches gemacht, nichts Gutes gemacht, geschummelt - oft zu Kindern -, wahrscheinlich “untugendhaft” - siehe auch Ondocht

Op de Juch goa: auf den/die “Juch” gehen, ausgehen, sich amüsieren, auch negativ

Oprumme: aufräumen

Oarsdern: Ostern

Poal hahle: etwas aushalten, aussitzen, warten, durchhalten

Porrn: mit dem Finger zum Beispiel an einer Wunde, in der Nase, an der Kruste einer Wunde, an irgendetwas porrn, was man aber nicht sollte

Pengsde: Pfingsten

Püll: Bettdecke, Federbett, Plumeau (Blümmo)

Prakeziern: etwas im Kopf herumgehen lassen, an etwas überlegen, grübeln; auch semeliern

Quatschen: a) Reden, schwätzen, sich unterhalten; b) ...in: Wasser, Dreck usw., herummachen, spielen usw.

Rabbe/ Rappe: greifen, feste aufgreifen, rupfen, herausziehen

Rappeldürr: mehr als schlank oder dünn bei Mensch und Tier gebraucht

Rimmcher, auch Riemcher: Reime, kleine oder größere Gedichte, oft lustig

Röasje: früher für Fahrrad mit Hilfsmotor, Moped gebraucht

Römm und dömm: ringsherum, auch im größeren Umkreis

Roff und ronner beare: alles wiederholt erzählen, aufzählen, ähnlich wie bei Lidanei; rauf- und runterbeten

Rommel: Runkelrübe

Rommstöchers: Nippes, Sachen, die man gekauft oder geschenkt bekommen hat und einfach nur rumstehen, weil man sie nicht wirklich gebraucht

Ropp: wie roff, rauf

Rotzfahne: Taschentuch

Schanze(n): Reisig von den Laubbäumen des Haubergs wurden zu langen dickeren Bündeln zusammengebunden. Sie dienten zum Beispiel zur Befeuerung des Backes. Siehe auch Schanzenbrot. Aus Reisig wurden auch besen gemacht.

Schaerl: nicht gut, sitt schäerl us, jemand sieht angegriffen, nicht gut aus

schepp: schief, nicht gerade

Scheppe, scheppen: auch Schippe für Schaufel, schaufeln, aus einem Gefäss

Schibbelich: schüttelnd-heftig, meist zu “Lachen” gebraucht

schöpfen “Sobbe scheppe”

schibbelich lache: feste, freudig, ungestüm lachen

Schneeseln: einen Baum entasten, von einem Ast Zweigen entfernen wie im Hauberg

Schnia(r): Schnee

Schnuusen: schnell laufen, fahren

Schossi: Straße (Überbleibsel aus dem Französischen “Chaussee”, Schossee gespr.)

Schossigraawe: Straßengraben, Absenkung neben der Straße (hä ess em Schossigraawe gelandet)

Schur: guten Tag, sei gegrüßt, heute wie “hallo”. Von früher geeerbt, französisch “Bon jour” (schur gesprochen), “Guten Tag”

Schwatt: Gerede, Geschwätz

Schwaarde: a) an Speck oder Holz, b)verhauen

Schwenn: schnell, eilig, siehe oben illig, hurtig

Segediern: genau ansehen, sich klar werden

Semeliern: überlegen, siehe prakeziern; wohl von simulieren

Sich mäckesen: streiten, unter Niveau diskutieren

Strichspäncher: Streichhölzer (Streichspäne), siehe Fexfuer

Solber; em Solber leije: nach einer Zecherei morgens noch lange im Bett, im “eigenen Saft” liegen (siehe auch Essen)

Spetzdebbe: irdenes Gefäß, z.B. für Milch

Stechedüster: ganz dunkel, ob im Wald, im Keller oder der Straße bei Nacht ohne Beleuchtung

Strichspäncher: Streichhölzer, “Streichspänchen”

Sübbeln süppeln: langsam trinken wie bei Suppe löffeln. Oft aber in Verbindung mit Alkohol gebraucht: Hä sübbelt sech gern a Bierche ...

Trätschen: feste regnen, “et trätscht”.

Vermalleditt: auch vermalledeit, wenn einem etwas schiefgegangen ist oder nicht so geklappt, wie man wollte

Verwimst: verhauen

Wackes: großer Stein, auch großer Kopf (sieheMensch)

Wäch: Weg

Watz: auf den Kopf bezogen, dicker Kopf; auch durchhaltefähig, störrisch (siehe Menschen, Tiere)

Wöastern: wüsten, fester Wind, auch mit Regen, ett wöastert

Wörrer: a) Wörter, b) wieder

Zammel: Fetzen, abgewetztes Kleidungsstück (siehe auch Menschen); zammelich, wenn etwas verfranst, unordentlich aussieht

Zenober: kaum noch zu hören,etwas, abwertend gemeint, mit Aufwand machen, gestalten, zeigen “Wat es dat füar e Zenober”

Zesaamerabbe: schnell Sachen - auch Geld -  ungeordnet zusammentragen,  aufnehmen. siehe auch Rabbe.

Noch mehr Platt?

Diese Listen werden von Zeit zu Zeit ergänzt.Alles in Platt mit Hochdeutsch-Erläuterungen.

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