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Siegerland- Forum

Aktualisiert: 05. Dezember 2017

Weiter mit Mundart, Seejerlänner Platt

Allerhand zoo “Menschliches”

Abba: Großvater, Opa
Ät: Frau (3. Person)/siehe Hä
Ät loa: Sie da, jene

Affegoat: aufgewecktes Kind

Babbe: Papa, Vater - siehe Vadder

Beest: Biest, jemand, der nicht so umgänglich ist, auch beestich

Besseres: in der Umgangssprache (die/der sinn/is) “wat Besseres”. Ausdruck für Menschen, von denen man annimmt, sie seien aus einem anderen Stand, in einer höheren Position usw. oder die selbst glauben, sie wären darin (siehe auch “De Bessere”).

Blärrn, blörrn: weinen, heulen, schreien, siehe Hulwern

Bestaater: Verheirateter

Bleck, bleckich: nackt, blecke Föös - auch Allgemeines- wohl “blank”

Bletz: Zunge, e groarßes Bletz (große Zunge); siehe auch Allgemeines

Bloch: schwere Frau, schwerer Mensch (siehe auch “Rund ums Haus” und “Allgemeines”)

Blotsch: jemand, der unbeholfen wirkt, oft auch etwas dicker und/oder tapsig ist

Boachter: Kinder, auch ungezogene

Böahmaa: eine Art Geist oder Unwesen, wahrscheinlich abgeleitet von “Buhmann”. Man sagte Kindern, wenn sie nicht artig waren oder sein wollten “sost kömmt dr Böhmaa”

Bobbe, Böbbche: Puppe, Püppchen, anerkennend für “schöne Frau, schönes Mädchen” gebraucht - siehe Allgemeines

Bolles: Jemand, der lautstark auftritt und /oder eine entspr. stabile Figur hat (siehe auch Tiere)

Botze: Hose

Botze-Mensch: Frau, die meist Hosen trägt

Brechmeddel: Jemand, der nicht so gut ankommt, Unsinn erzählt usw., nicht sehr beliebt ist

Broddeler: auch broddeln, jemand, der immer was zu bemäkeln hat

Buhr: Bauer

Dabbes: Jemand, der nicht richtig aufgepasst oder - öfter - was falsch gemacht hat, “ahl Dabbes”

Dalles: im Siegerland für Husten, Schnupfen, Erkältung gebraucht “Du häst awer schwer den Dalles”

Dämel: auch Dämelack, etwas falsch gemacht, nicht an etwas gedacht oder auch allgemein abwertend

Däätz: Kopf

De Bessere: höhere Schicht, außerhalb normaler Arbeiter und Angestellter

Didi, Diddi: Baby, Kleinkind

Diddiche: kleines Kleinkind wie vor, als weitere Verniedlichungsform

Doeskopp: “Schlafkopf”, verschlafen, langsam, etwas falsch gemacht

Dost: sanftes Schimpfwort für jemanden, der etwas falsch gemacht, nicht richtig verstanden hat

Durmel: was falsch oder durcheinander gebracht.

Durmelich: schwindlig. Ech sinn heut durmelich oder auch “Dä schwätzt oos durmelich”

Dussel: ähnlich wie Doeskopp, Dost und Durmel

Em Salz ha: jemanden im Salz haben, man hat noch ein Hühnchen zu rupfen

Euel: Was Falsches oder auch Lustiges zu einem anderen gesagt. Nicht böse. Siehe auch Schennoss

Flecker: Person aus Freudenberg/Flecken

Fochdeln: Betteln, besonders bei Kindern

Fuchdeln: Hände oder Sachen in der Luft hin- und herbewegen, römfuchdeln

Fulsch: auch Fullenzer, also Faulenzer, der rumhängt und nicht arbeitet

Gickel: Mann, der herumstolziert, nach Frauen schaut (siehe auch Tiere)

Gote: Patin (nicht nur im Siegerland)

Grönner: Jemand, der aus dem “Gronn/Grund” im Heuslingtal kommt; im Freudenberger Raum gebraucht

Halwierlich: Es geht so; “wie gearet orrer läuft et da? So halwierlich

Hick(e): Nur noch selten gebraucht für Menschen aus dem schönen Hickengrund wie Holzhausen, Nieder- und Oberdresselndorf

Hippe: vornehmtuende Frau/siehe auch Tiere

Hä: Mann (3. Person)/siehe Ät

Henner: Heinrich

Hööselinger: Jemand, der aus Heuslingen kommt. Hier nur stellvertretend für die anderen Orte, von Ölcher (aus Alchen) über Kloawender (aus Klafeld/Geisweid) bis zu Welnsdorfer (aus Wilnsdorf).

Hoatschen: hinken, ein Bein nachziehen, hä hoatscht

Hulwern: weinen,Tränen vergießen, siehe Blärrn

Hüpper/ Höpper: kleiner Höpper/ Höbber: für Kind gebraucht

Iesebähner: Menschen, die bei der Bahn arbeiteten. Früher waren das noch viele und in nahezu jedem Ort vertreten.

Iesemaa: Eisenmann. Fuhren durch die Straßen. Man konnte Eisen und Metall abgeben

Jong(e): Junge(n), auch Sohn, Söhne; wird auch im Erwachsenenalter für Freunde, Bekannte gebraucht “na Jong”

Kenner: Kinder

Jongedenger: Junge Dinger, Kinder oder Jugendliche beiderlei Geschlechts

Kalle: Kerl, oft fragend oder negativ - wat for a Kalle ess dat da

Kiepich: störrisch, in Streitlaune

Kloas: urspr. Nikolaus, aber auch jemand, der dummes Zeug redet oder was falsch macht

Knistig: nicht gut gelaunt, streitbar (siehe auch allgemein)

kringelig, auch krengelig: gekringelt, Körper verbogen (vor Lachen)

Krische: kreischen, weinen

Kopp: Kopf (siehe auch Dätz usw.)

Kröngelich: nicht gut drauf sein, man fühlt sich so; auch, wenn z. B. eine Decke unordentlich ist, nichtglatt aufliegt

Lahmesotterich: Jemand, der alles ganz (zu) langsam angeht, nicht in die Pötte kommt

Lälles, lällen: Jemand, der viel Nichtssagendes erzählt oder schlecht über andere spricht, auch tratschen

... weiter oben rechts mit “Laumann” ...

Essen

Äppel: Äpfel

Abbelsiene: Apfelsine, heute meist mit Orange bezeichnet

Backesbroart: Brot, das früher im örtlichen Backes (Backhaus) gebacken wurde. Wieder aufgelebt in vielen Orten.

Bäckel: Brot aus gekochten Kartoffeln

Broatduffeln: Bratkartoffeln, individuell verschieden angemacht

Brumme: Pflaumen (siehe auch Quetsche)

Doffeln, Duffeln: Kartoffeln

Dong: Butterbrot, belegtes Brot

Eierkäs: halbfeste Masse aus gestocktem Eiweiß; besondere Form; wird mit Zimt bestreut und gern auf Bäckel (s.o.) gegessen

Gelöng: Gericht mit Lunge (daher Gelöng), Herz u.a. Wie Gulasch angemacht

Gequallte Gestallde: Pellkartoffelscheiben, warm mit einer Zwiebel- und Specksoße angemacht, z.B. zu Bratheringen

Groffbroart: Graubrot, eher dunkles Brot

Hemmel un (Ä)Eahr: Gab’s früher mit Kartoffelbrei (-püree) und Apfelmus, teils auch mit Zusätzen wie gebratener Blutwurst. Ist auch in anderen Regionen bekannt

Hotzel: auch hotzelich, kleiner vertrockneter Apfel, auch Apfelspalte

Ieserfeller: süßes, rundes Gebäckstück, Teilchen (s.u.) mit Guss / Überzug und Cremefüllung

Kappes: Weißkohl

Klömpcher: Klümpchen, gemeint sind Bonbons

Krenge(l): Ein Hefekuchen in gerundeter Form, der aber im Hausgebrauch meist in zwei halbrunden Teilformen gebacken wurde und wurde. Er hat im Original eine grau-mehlige Oberfläche und war und ist in der Zwischenlage mit Zimt und/oder Marmelade gefüllt, teils auch mit Rosinen.

Kröppelcher: Fett- oder Schmalzgebäck, außen mit Zucker bestreut; quasi ein “Berliner” ohne Füllung, aber nicht ganz rund - daher die Bezeichnung. Gern zur Karnevalszeit gemacht und gegessen. “Kröppelcher essen” gehört für manche tradierte Familien im Siegerland zu verschiedenen Festen noch dazu

Laumanns Senf: ein milder Senf mit wenig Schärfe, siehe auch Menschen

Murrn: Möhren

Laumann: kann nichts Besonderes ab, Weichling, modern ggf. Warmduscher, siehe auch Essen

Linsen (Verb, Tätigkeitswort): aus Neugier gucken, schauen

Lompemäckes oder -maa: Lumpen-, Papier- und Metallsammler, die meist mit Wagen durch die Straßen zogen. Einer der Sprüche ist “Lupen-, Papier- und Metallaufkauf. Sie hatten eine Glocke dabei, mit der sie auf sich aufmerksam machten.

Löarrn: weinen

Losslerrig: ledig

Lulatsch: großer Junge, Mann, auch “langer Lulatsch” - altes Wort, das aber nicht nur im Siegerland gebraucht wird

Lü: Leute

Lustern: hören zuhören, auch heimlich zuhören

Mäckes 1: Mensch, unsauber, schlecht gekleidet

Mäckes 2: Fremder (siehe auch allgemein). Das rührt wohl daher, dass früher Verkäufer/Hausierer aus dem Kannebäckerland im Westerwald zogen und irdene Gefäße wie den Mäckes und anderes anboten

Mannslüe: Männer

Märercher: Mädchen

Maimädchen: Brauchtum. Das geschmückte Maimädchen geht mit anderen Kindern /Jugendlichen durchs Dorf und sammelt fürs Kuchenbacken. Erst aber das Maigedicht aufsagen.

Mocke: jemand, der unsauber ist oder was verkleckert oder Unziemliches redet (siehe auch Tiere)

Moorer: Mutter

Momme/ Mamme: Mutter, Mama

Mürer: Maurer

Mull: Maul, Mund, meist abwertend gebraucht, siehe auch Schnutte

Ohm: älterer Onkel, aber auch Großvater

Ondocht: auch Ohdocht, jemand, der - in vielerlei Hinsicht - nichts Gutes tut, oft nichts Astreines im Schilde führt

Onnerste Wech (goa): nachgeben, in Streit, Diskussion den unteren Weg gehen

Orrse: Ochse, leichtes Schimpfwort, wenn jemand was falsch gemacht hat (siehe auch Tiernamen)

Padde: Pate

Paffe/ Pfaffe: Pfarrer, Pastor - leicht abwertend gemeint

Pengsdelömmel: Pfingstlümmel, auch Pengsdemaa. -Mann. Brauchtum. In grünes Laubwerk gehüllt zieht er mit anderen Jungen und einem früher meist mit Ginster geschmückten Wägelchen durchs Dorf und sammelt für eine kleine Feier. Spezielles Sammelgedicht

Pengstochse/ -orrse: Pfingstochse. Übertragen gebraucht für jemanden, der sich besonders auffällig gekleidet oder geschmückt hatte. Sitt uss wie e ...

Rankebolles: Wer auf einmal viele Ranken, belegte Brote, isst (siehe auch Tiere/Essen)

Säubeest: Jemand, mit dem man nicht zurechtkommt (siehe auch Tiere)

Säubeest: Jemand, mit dem man nicht zurechtkommt (siehe auch Tiere)

Saujong(e) oder Säujong(e): für Kinder / Jugendliche, die einen Streich gespielt oder etwas (meist Harmloses) angestellt haben; wird aber auch bei Älteren unter Bekannten noch wohlmeinend gebraucht

Säuwatz: nicht vornehmer Mann

Schennoss, auch Schennoas: Wenn jemand etwas Falsches gesagt hat oder sich ungeschickt angestellt hat, kein direktes Schimpfwort, mehr jovial

Schierwel: Kopf, mehr innen, Geist

Schippelich: sich schippeln vor Lachen, Jauchzer

Schnudde: Mund, wie Mull meist abwertend - hä hätt ne groarße Schnudde; ät sall de Schnudde hahle

Söffer: Säufer, jemand, der viel (Alkoholisches) trinkt

Spagaukes: Jemand, der sich ungelenk, fahrig benimmt, wurde aber auch für ausländische Mitmenschen verwendet

Spingsen: Mit Schauen und/oder Hören schauen etwas auf die Spur kommen, entdecken, z.B. nach versteckten Weihnachtsgeschenken

Stärrer: Siegener

Stickum: Nicht insgesamt oder über eine Einzelheit viel erzählen, vielleicht etwas heimlich machen, lieber für sich behalten, insgesamt auch ruhiger im Gespräch:  “Der oder die ist stickum”, trägt weniger bei. Je nach Örtlichkeit auch “stiekum”. Wohl aus dem Jiddischen. Im Siegerland früher nicht selten gebraucht. 

Stoffel: Jemand, der nicht grüßt, oder sich sich sonst anders verhält

Sturkopp: Jemand, der als stur gilt

Vaarer/ Vadder: Vater

Verzammeln: irgendwas weggelegt, verloren, nicht mehr auffindbar

Wäller: auch Westerwäller, Menschen aus dem Westerwald

Wackes: schwerer, großer Kopf und jemand mit sturem Kopf (siehe auch Allgemein)

Watz: zuvoderst Kopf, aber auch Mann, groß und kräftig oder kleiner, kräftig und untersetzt, auch für einen, der stures Verhalten zeigt (siehe Tiere / Allgemeines)

Wirsching: auch für Kopf gebraucht; Gemüse: Wirsingkopf

Wiewsmensch: Frau

Wellem: Wilhelm

Wutz: unsaubere(r) Frau/Mann (siehe Tiere)

Zammel: Nicht ordentlich oder nicht sauber angezogene oder oft schlecht frisierte Frau oder auch leichtlebige Frau; auch zammelig (siehe auch Allgemeines)

Zoddel: nicht richtig angezogen, lange Haare, unsauber wirkend, zoddelig. Wird auch gebraucht für Hunde und andere Tiere mit langem Fell

Noch wat zoo “Esse”

Laumanns Senf: ein milder Senf mit wenig Schärfe, siehe auch Menschen

Murrn: Möhren

Ranke: Brotscheibe, auch belegt (siehe Menschen)

Quellmänner: Pellkartoffeln

Quetsche: Pflaumen (siehe auch Brumme)

Quetschekooche: Pflaumenkuchen (Blech-Hefekuchen)

Riemchesdoffeln, auch Reemches ...: Streifen-/ Riemen-Kartoffeln. In Streifen geschnittene Kartoffeln, die roh mit Speck und Zwiebeln gebraten werden

Riewekooche 1: Kartoffelbrot, Siegerländer Spezialität

Riewekooche 2: Reibeplätzchen

Riewewaffel: Waffel, die aus Kartoffelteig hergestellt wird

Rommel: Rübe

Säuboarne: Saubohnen, Dicke Bohnen

Schanzebroart: Schanzenbrot. Beim Backen wurden Schanzen (siehe Allgemein) zum Aufheizen des Ofens, ursprünglich im Backes, verwendet

Schlabbermoos: Kohl, gut durchgekocht, meist mit Speck angemacht

Schmalzdong: Brotscheibe mit Schmalz oder Griebenschmalz bestrichen, teils durch etwas Salz abgerundet

Schmatzbäckel: Fladenartiger dünner Kuchen, der auf einer Ofenplatte ausgebacken wird

Schnuck: Süßgkeiten für so zwischendurch; Bonbons, Pralinen, Plätzchen und Co. schnucken

Schnuckig: nicht alles essen, nur was einem besonders gut schmeckt

Sobbe: Suppe, Äerwsesobbe, Erbsensuppe

Sobbekrutt: Suppenkraut

Solberfleisch: Pökelfleisch, eingelegt, z.B. zu Sauerkraut oder in der Erbsensuppe

Stampemoos: Sauerkraut mit gestampften Kartoffeln

Suure Boahrne: grüne Bohnen, so wie Sauerkraut milchsäure-vergoren. Deftig mit Speck angemacht und mit durchwachsenem Speck oder Mettwurst und Kartoffeln. Gibt es auch in anderen Regionen wie im Rheinland.

Surke: saures Obst, saurer Apfel, saure Birne usw.

Suurmoos: Sauerkraut

Teilchen: süße Gebäckstücke wie Ieserfeller (s.o.), Nussecke, Amerikaner usw. Ein Teilchen wie Amerikaner kostete Mitte der 1950er Jahre meist einen Groschen, zehn Pfennige!

Wisse Koche: Mehlpfannekuchen, mit Puderzucker bestreut

Wingtruuwel: Weintraube

Wollwern: Blaubeeren

Zwöwwel: Zwiebel

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